Jemand sucht am Handy „Tischler in der Nähe“, Google zeigt eine Karte mit drei Betrieben, und Ihre Werkstatt zwei Straßen weiter ist nicht dabei. Genau diese Situation schildern mir Unternehmer in Workshops und Erstgesprächen regelmäßig, meist mit der Frage, was die drei anderen anders machen. Die Antwort ist selten Magie, sondern ein sauber gepflegtes Google Unternehmensprofil, echte Bewertungen und stimmige Firmendaten im Netz.
Dieser Artikel ist die Anleitung dazu: mit Googles tatsächlichen Regeln, den Besonderheiten für Österreich und meinem eigenen Profil als Beispiel. Und mit einer ehrlichen Einschränkung vorweg: Local SEO wirkt nicht bei jeder Suchanfrage.
Kurz gesagt: Local SEO machen Sie in fünf Schritten: Google Unternehmensprofil vollständig und richtlinienkonform ausfüllen, aktiv um echte Bewertungen bitten und jede beantworten, Name, Adresse und Telefonnummer in allen Verzeichnissen vereinheitlichen, Ort und Leistung auf der eigenen Website verankern und das Profil laufend pflegen. Das Profil wirkt vor allem dort, wo Google eine Karte einblendet, die Website-Schritte auch in den normalen Treffern.
TL;DR – Local SEO: Das Wichtigste für KMU und Einzelunternehmer
- Erst prüfen, dann investieren: Das Google-Profil wirkt vor allem dort, wo Google für eine Suche eine Karte zeigt. Bei manchen Dienstleistungs-Suchbegriffen fehlt sie, bei meinem wichtigsten zum Beispiel.
- Drei offizielle Faktoren: Relevanz, Entfernung, Bekanntheit. Ein besseres Ranking lässt sich nicht kaufen.
- Keine zusätzlichen Keywords im Firmennamen: Orts- oder Leistungsbegriffe, die nur fürs Ranking an den echten Namen angehängt werden, verstoßen gegen Googles Richtlinien und riskieren die Sperre des Profils.
- Ohne Geschäftslokal geht es auch: Adresse ausblenden, bis zu 20 Einzugsgebiete angeben.
- Bewertungen: aktiv bitten ja, Rabatte dafür verbieten Googles Richtlinien; gefälschte Bewertungen sind in Österreich seit 2022 zusätzlich per UWG verboten.
- Firmendaten in Österreich abgleichen: widerspruchsfreie Angaben in Google-Profil, Website, Herold, firmenabc und, falls Sie WKO-Mitglied sind, im WKO Firmen A-Z.
⏱️ Lesezeit: 10 Minuten 💡 Level: Anfänger
Was ist Local SEO?
Local SEO, auf Deutsch lokale Suchmaschinenoptimierung, umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen bei ortsbezogenen Suchen gefunden wird, etwa „Steuerberater Graz“ oder „Installateur in der Nähe“. Sichtbar wird das an zwei Stellen: im sogenannten Local Pack, der Karte mit meist drei Einträgen in den Suchergebnissen, und direkt in Google Maps. Die wichtigste Datenquelle, die Sie selbst pflegen, ist dabei das Google Unternehmensprofil, früher Google My Business, international Google Business Profile. Google ergänzt die Angaben aber auch aus Ihrer Website, aus Daten von Drittanbietern und aus Beiträgen von Nutzern. Für die normalen Treffer daneben gelten die klassischen SEO-Regeln für Ihre Website.
🧭 Das große Ganze: Wie Local SEO mit Inhalten, Technik und Backlinks zusammenspielt, erklärt mein Einsteiger-Guide zu SEO für KMU, der alle vier Säulen der Suchmaschinenoptimierung im Überblick zeigt.
Lohnt sich Local SEO für Sie? Der 2-Minuten-Test
Bevor Sie Zeit investieren, googeln Sie Ihre drei bis fünf wichtigsten Suchbegriffe in einem Inkognito-Fenster. Erscheint eine Karte mit mehreren lokalen Einträgen, ist das Google Unternehmensprofil einer Ihrer stärksten Hebel. Erscheint keine, zählt die klassische SEO Ihrer Website mehr.
Mein eigenes Beispiel: Für „wordpress programmierer wien“, einen meiner wichtigsten Suchbegriffe, zeigte Google bei meiner Prüfung im September 2026 keine Karte. Stattdessen standen dort eine KI-Antwort, Nutzerfragen und spezialisierte Leistungsseiten Wiener Anbieter. Mein Profil bringt mich bei dieser Suche also nicht nach vorne, eine gute Leistungsseite schon.
Das Profil lohnt sich trotzdem: für Suchen nach Ihrem Firmennamen, in Google Maps und als Vertrauenssignal mit Bewertungen. Ein Ranking-Versprechen für jede Suchanfrage ist es aber nicht.
Wie Google lokale Ergebnisse sortiert
Google nennt offiziell drei Faktoren. Relevanz beschreibt, wie gut ein Profil zur Suchanfrage passt; vollständige, ausführliche Angaben helfen bei der Zuordnung. Entfernung misst, wie weit ein Unternehmen vom Suchenden entfernt ist; teilt dieser seinen Standort nicht, schätzt Google ihn. Nennt die Suche einen Ort („… wien“), zählt in der Praxis auch dieser. Bekanntheit speist sich unter anderem aus Links auf Ihre Website sowie aus Anzahl und Bewertung Ihrer Rezensionen. Dazu stellt Google klar, dass sich ein besseres lokales Ranking nicht einfordern lässt, auch nicht gegen Bezahlung.
Ergänzend lohnt ein Blick auf die Expertenumfrage von Whitespark (Ausgabe 2026, 47 Local-SEO-Fachleute; Einschätzungen, keine Google-Aussage). Als stärkste Faktoren für Karte und Maps sehen die Befragten die primäre Kategorie im Profil, die Nähe zum Suchort, Keywords im Unternehmensnamen, eine Adresse in der gesuchten Stadt und ob der Betrieb zum Suchzeitpunkt geöffnet hat.
Zwei Punkte daraus sind entscheidend. Erstens: Suchbegriffe im Namen mögen wirken. Hängen Sie aber Begriffe nur fürs Ranking an den echten Namen an („Huber Installateur Notdienst Wien“ statt „Huber GmbH“), verstößt das gegen Googles Richtlinien und riskiert die Sperre des Profils. Steckt der Begriff tatsächlich in Ihrem Firmennamen, ist er erlaubt. Zweitens: Entfernung und Adresse können Sie nicht optimieren. Wer in Mödling sitzt, hat bei „… wien“ in der Kartenansicht von vornherein schlechtere Chancen als ein Mitbewerber im 7. Bezirk.
Schritt 1: Google Unternehmensprofil erstellen und vollständig ausfüllen
Das Profil legen Sie kostenlos mit einem Google-Konto an. Entscheidend ist, dass Sie es nach Googles Richtlinien ausfüllen.
Name, Kategorien, Beschreibung
- Name: der Name, unter dem Sie gegenüber Kunden auftreten, also wie auf Website, Briefpapier und gegebenenfalls Firmenschild. Hängen Sie keine Ortsangaben, Leistungen oder Öffnungszeiten an. Der Name im WKO Firmen A-Z stammt aus dem Gewerberegister (GISA) und kann bei Einzelunternehmen davon abweichen. Prüfen Sie ihn auf Widersprüche; Ihr Profilname muss er aber nicht sein.
- Kategorien: Google empfiehlt so wenige wie möglich, passend zum Kerngeschäft statt zu jeder Nebenleistung.
- Beschreibung: was Sie für wen tun und wo. Links jeder Art und Werbung für Sonderaktionen oder Preise sind nicht erlaubt.
- Telefon und Öffnungszeiten: eine direkt erreichbare, möglichst lokale Nummer statt Hotline, dazu Ihre üblichen Zeiten.
Ohne Geschäftslokal: Adresse ausblenden, Einzugsgebiet festlegen
Trainer, Berater, Handwerker und IT-Dienstleister arbeiten oft von zuhause aus oder beim Kunden; beim Local SEO für Einzelunternehmen ist das eher die Regel. Dafür sieht Google das Profil für Dienstleistungsunternehmen vor: Sie blenden die Adresse aus und geben stattdessen ein Einzugsgebiet an, maximal 20 Gebiete. Diese sollten nicht weiter als etwa zwei Autostunden vom Standort entfernt liegen. Empfangen Sie Kunden zusätzlich an Ihrer Adresse, dürfen Sie als Hybridunternehmen Adresse, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet gemeinsam angeben. Voraussetzung: Während der angegebenen Zeiten ist jemand vor Ort, und an der Adresse hängt dauerhaft ein Schild mit Ihrem Firmennamen. Nicht zulässig sind virtuelle Büros.
Bestätigung per Video und andere Methoden
Erst nach der Bestätigung verwalten Sie das Profil vollständig und sehen Statistiken. Google ermittelt die verfügbaren Methoden automatisch: Telefon oder SMS, E-Mail, Live-Videoanruf, Postkarte oder Videoaufzeichnung. Ist Video möglich, empfiehlt Google diesen Weg. Die Prüfung kann bis zu fünf Arbeitstage dauern; eine Postkarte kommt meist innerhalb von 14 Tagen, ihr Code verfällt nach 30 Tagen.
Für die Videoaufzeichnung filmen Sie mindestens 30 Sekunden am Stück und ungeschnitten. Was genau zu sehen sein muss, hängt vom Unternehmenstyp ab. Mit Geschäftslokal zeigen Sie Umgebung, Firmenschild und Räume, die nur Mitarbeiter betreten. Als Dienstleister ohne Lokal genügen Straßenschilder oder Orientierungspunkte in Ihrer Umgebung, Ihre Arbeitsmittel und ein Dokument wie GISA-Auszug oder Rechnung, auf dem derselbe Name steht wie im Profil. Für Einzelunternehmer mit Privatadresse: Das Video dient der Prüfung durch Google, Sie können es danach jederzeit löschen, sonst löscht Google es später selbst.
Fotos, Attribute, Kontaktwege
Fotos und Videos gehören zu Googles offiziellen Tipps, Hochglanz ist nicht nötig: Team, Arbeitsplatz, Projekte. Suche und Maps zeigen das Logo im Profilbild meist rund an. Lassen Sie deshalb genug Rand (ich plane rund 15 Prozent ein) und bauen Sie keinen eigenen Kreis ein. Attribute und Serviceoptionen wählen Sie nur, wenn sie zutreffen. WhatsApp oder SMS als Kontaktweg hinterlegen Sie, wenn Ihr Profil die Option anbietet; Google stellt sie derzeit nur in ausgewählten Regionen bereit.
🔧 Aus meiner Praxis – so habe ich mein eigenes Profil eingerichtet: Primärkategorie „IT-Berater“, dazu nur zwei Zusatzkategorien („Webdesigner“, „Computerschule“). Als Serviceoption „Vor Ort verfügbar“, als Attribut „Termin erforderlich“. Name, Adresse und Telefon habe ich gegen die drei Verzeichnisse abgeglichen, die ich im Impressum verlinke: WKO Firmen A-Z, Herold und firmenabc. Seit Ende August veröffentliche ich wöchentlich einen Beitrag, und für neue Bewertungen habe ich Benachrichtigungen aktiviert, damit ich zeitnah antworten kann. Bewusst weggelassen habe ich ein Foto der Hausfassade, weil es sich um ein privates Wohnhaus handelt, und die Werbe-Kacheln, mit denen Google im Profil Anzeigen bewirbt.
Schritt 2: Google-Bewertungen aktiv sammeln und richtig beantworten
Bewertungen fließen in den Faktor Bekanntheit ein. Eine US-amerikanische Umfrage von BrightLocal (2026, rund 1.000 Befragte) zeigt die Richtung: 97 Prozent lesen Bewertungen, bevor sie ein lokales Unternehmen wählen. 74 Prozent achten auf Bewertungen der letzten drei Monate. Und von denen, die im vergangenen Jahr um eine Bewertung gebeten wurden, hat die Mehrheit auch eine geschrieben. Vergleichbare Erhebungen für Österreich habe ich nicht gefunden.
- Fragen Sie nach einem abgeschlossenen Auftrag, persönlich oder per Mail, mit dem Bewertungslink aus Ihrem Profil, gern auch als QR-Code auf der Rechnung.
- Antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf kritische: sachlich und ohne Kundendaten preiszugeben. Google empfiehlt das Antworten ausdrücklich.
- Aktivieren Sie Benachrichtigungen, damit keine Bewertung wochenlang unbeantwortet bleibt.
Verboten sind laut Googles Richtlinien zu gefälschten Interaktionen: Gegenleistungen für Bewertungen (Geld, Rabatte, kostenlose Produkte oder Leistungen), die gezielte Bitte nur an zufriedene Kunden („Review Gating“), Bewertungsquoten für Mitarbeiter und Bewertungen über Mitbewerber. In Österreich kommt das Wettbewerbsrecht dazu: Seit 2022 stehen gefälschte Verbraucherbewertungen und das Beauftragen Dritter damit auf der „Schwarzen Liste“ im Anhang des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG, Z 23c). Solche Praktiken gelten damit ohne Einzelfallprüfung als irreführend. Das ist ein Hinweis, keine Rechtsberatung.
Schritt 3: Verzeichnisse und NAP-Konsistenz in Österreich
NAP steht für Name, Adresse, Telefon. Diese Angaben sollten, gemeinsam mit Website und Öffnungszeiten, überall aktuell und widerspruchsfrei sein. Schreiben Sie die Adresse aus und nutzen Sie das internationale Telefonformat, in Wien etwa +43 1 …. In Österreich sind das die wichtigsten Einträge:
- WKO Firmen A-Z: Für Kammermitglieder automatisch und kostenlos angelegt. Name, Standort und Gewerbeberechtigung kommen aus dem Gewerbeinformationssystem GISA und lassen sich nicht selbst ändern. Logo, Beschreibung, Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Fotos und Videos ergänzen Sie über Ihren wko.at-Login.
- Herold.at und firmenabc.at: Prüfen Sie, ob ein Eintrag existiert und Ihre aktuellen Daten zeigt.
- Bing Places und Apple Maps: Bing Places ist mit einem Microsoft-Konto kostenlos, auch für Apple Maps pflegen Unternehmen ihre Angaben selbst.
Verzeichnisse sind Pflicht für einheitliche Daten und Vertrauen, heben Ihr Ranking aber nicht sprunghaft: In der Whitespark-Umfrage verlieren klassische Verzeichniseinträge als Faktor für die Karte weiter leicht an Gewicht. Für KI-Suchantworten sehen die befragten Fachleute dagegen Erwähnungen auf relevanten, angesehenen Websites als deutlich wichtiger, etwa in Fachmedien oder bei Branchenverbänden. Von Paketen mit Dutzenden Einträgen in unbekannten Verzeichnissen rate ich ab.
Schritt 4: Lokale Signale auf der eigenen Website
- Ort und Leistung im Text: „Fotograf Wien“ in Seitentitel, Überschrift und Fließtext statt nur „Fotograf“, dazu eine eigene Seite pro Leistung. Bei meiner Seite zur WordPress-Wartung stand der Ortsbezug anfangs nur in den strukturierten Daten; ich habe einen sichtbaren Abschnitt für ganz Österreich ergänzt.
- Einheitliche Firmendaten (NAP) in Impressum, Kontaktseite und Fußzeile.
- Strukturierte Daten: ein für Besucher unsichtbarer Code-Abschnitt, der Google Ihre Firmendaten maschinenlesbar übergibt. Das Schema
LocalBusinesshilft Google, Ihre Angaben einzuordnen, garantiert aber keine besondere Darstellung. Google empfiehlt, wenn möglich einen passenden spezifischen Untertyp zu verwenden. Pflicht sindnameund eine physischeaddress, empfohlen unter anderem Telefon, Öffnungszeiten und Geokoordinaten. Haben Sie Ihre Adresse im Profil bewusst ausgeblendet, würde ich sie nicht allein für diesen Code ins Schema schreiben: Das allgemeinere SchemaOrganizationkommt ohne Pflicht-Adresse aus. Ich hinterlege zusätzlich den Google-Maps-Link meines Profils alssameAsim Website-Schema.
Finger weg von Doorway-Seiten: zwanzig fast identische Seiten wie „Webdesign Favoriten“, „Webdesign Ottakring“ mit ausgetauschtem Bezirksnamen verstoßen gegen Googles Spam-Richtlinien.
Schritt 5: Profil-Beiträge und lokale Inhalte
Im Profil veröffentlichen Sie Beiträge der Typen „Aktuelles“, „Angebote“ und „Veranstaltungen“. Beiträge ohne Zeitraum archiviert Google nach sechs Monaten, ältere Ratgeber mit „sieben Tagen Sichtbarkeit“ sind überholt. Ich poste wöchentlich, meist einen kurzen Teaser zu einem neuen Blog-Artikel.
Mindestens so wichtig sind lokale Inhalte auf der Website: Projektberichte aus der Region und eine FAQ-Seite mit den Fragen, die Ihre Kunden wirklich stellen. Dort bestimmen Sie Formulierung und Aktualität selbst.
🤖 Sichtbar in der KI-Suche: Warum klar strukturierte Antworten auf Ihrer Website auch für ChatGPT und Googles KI-Übersichten zählen, ordne ich in SEO vs. GEO vs. AIO: Suchmaschinenoptimierung im Zeitalter der KI-Suche ein.
Erfolg messen: was das Profil zeigt und was nicht
Für bestätigte Profile liefert Google einen Leistungsbericht: Aufrufe, Anrufe, Wegbeschreibungen, Websiteklicks und die Suchbegriffe, über die Ihr Profil gefunden wurde. Die Suchbegriffe aktualisiert Google zu Monatsbeginn, mit bis zu fünf Tagen Verzögerung.
Zwei Ergänzungen helfen: Ein Zusatz am Website-Link im Profil (sogenannte UTM-Parameter), etwa ?utm_source=google&utm_medium=organic&utm_campaign=unternehmensprofil, macht Profil-Besuche in Matomo oder Google Analytics getrennt sichtbar. Und wie Ihre Website in den normalen Treffern bei lokalen Suchbegriffen abschneidet, zeigt die Search Console. Ohne Zusatz-Tools bleibt die Messung Handarbeit: Planen Sie für den Blick in den Leistungsbericht einen festen Termin ein, etwa einmal im Monat.
📊 Messen statt raten: Welche lokalen Suchbegriffe Ihre Website bereits bringen, zeigt Ihnen die kostenlose Google Search Console, die Sie in wenigen Schritten einrichten und auswerten.
Was es im Unternehmensprofil nicht mehr gibt
Ältere Anleitungen beschreiben Funktionen, die Google inzwischen eingestellt hat:
| Funktion | Status | Konsequenz |
|---|---|---|
| Chat im Profil (Business Messages) und Anrufverlauf | seit Ende Juli 2024 eingestellt | Kontakt über Telefon, Website oder, wo angeboten, WhatsApp/SMS |
| Kostenlose Profil-Websites (business.site) | im März 2024 abgeschaltet, Weiterleitungen nur bis Juni 2024 | Das Profil ersetzt keine eigene Website |
Auch die Funktion „Fragen und Antworten“ ist laut mehreren Branchenberichten ausgelaufen; eine offizielle Google-Hilfeseite dazu habe ich nicht gefunden. So oder so: Antworten auf typische Kundenfragen gehören auf Ihre Website und in die Profilbeschreibung.
Local-SEO-Checkliste zum Abhaken
| Nr. | Aufgabe | Erledigt, wenn … |
|---|---|---|
| 1 | 2-Minuten-Test | Sie wissen, bei welchen Suchbegriffen Google eine Karte zeigt |
| 2 | Profil bestätigt | das Profil als bestätigt angezeigt wird |
| 3 | Name | entspricht Ihrem Auftritt gegenüber Kunden (Website, Briefpapier, ggf. Schild), ohne zusätzliche Keywords |
| 4 | Kategorien | Primärkategorie beschreibt das Kerngeschäft, nur wenige Zusatzkategorien |
| 5 | Adresse oder Einzugsgebiet | zum Geschäftsmodell passend, Adresse nur mit dauerhaftem Firmenschild, höchstens 20 Gebiete |
| 6 | Beschreibung, Telefon, Öffnungszeiten | vollständig, ohne Links und Preisaktionen |
| 7 | Fotos und Logo | echte, aktuelle Bilder, Logo mit ausreichend Rand |
| 8 | Bewertungslink | in Mail-Signatur, auf Rechnung oder als QR-Code |
| 9 | Bewertungen | jede beantwortet, Benachrichtigungen aktiv |
| 10 | NAP-Abgleich | Google, Website, WKO (falls Mitglied), Herold und firmenabc widerspruchsfrei |
| 11 | Website | Ort und Leistung im Text, eine Seite pro Leistung, passende strukturierte Daten |
| 12 | Pflege | regelmäßige Beiträge, Leistungsbericht monatlich geprüft |
Fazit: Local SEO ist Handwerk, kein Hexenwerk
Die Grundlagen von Local SEO für KMU schaffen Sie an einem Nachmittag selbst: Profil ausfüllen, Verzeichnisse abgleichen, die ersten Kunden um Bewertungen bitten. Nur die Bestätigung durch Google kann einige Tage dauern. Entscheidend ist danach die Regelmäßigkeit. Und der ehrliche Teil: Wo Google für einen Suchbegriff keine Karte zeigt, verliert das Profil seinen direktesten Hebel. Für die normalen Suchergebnisse wird dann Ihre Website umso wichtiger.
Unterstützung lohnt sich vor allem dort, wo Website und Profil zusammenspielen: bei Leistungsseiten mit Ortsbezug, strukturierten Daten und sauberer Technik. Wenn Sie das nicht selbst umsetzen möchten, finden Sie meine Leistungen zur Website-Entwicklung mit Local-SEO-Grundausstattung auf meiner Angebotsseite.
Häufige Fragen zu Local SEO
Was ist Local SEO?
Local SEO, auch lokale Suchmaschinenoptimierung, umfasst alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen bei ortsbezogenen Suchen wie „Friseur Linz“ oder „in der Nähe“ gefunden wird. Zentral sind ein vollständiges Google Unternehmensprofil, echte Bewertungen, einheitliche Firmendaten in Verzeichnissen und Ortsbezug auf der Website. Sichtbar wird der Erfolg in der Kartenansicht und in Google Maps.
Welche Tipps gibt es für die Optimierung von Local SEO?
Prüfen Sie zuerst, ob Google für Ihre Suchbegriffe überhaupt eine Karte zeigt. Dann: Profil bestätigen und vollständig ausfüllen, eine passende Primärkategorie wählen, keine zusätzlichen Keywords an den Namen hängen, aktiv um Bewertungen bitten und jede beantworten, Firmendaten in Herold, firmenabc und gegebenenfalls WKO Firmen A-Z abgleichen und Ort plus Leistung auf der Website nennen.
Kann ich Local SEO selbst machen?
Ja. Google Unternehmensprofil, Bewertungsanfragen und Verzeichnis-Abgleich brauchen kein Fachwissen, nur Sorgfalt und etwas Zeit. Die Grundausstattung ist an einem Nachmittag erledigt, die Bestätigung durch Google kann einige Tage dauern. Unterstützung lohnt sich eher bei der Website: Leistungsseiten mit Ortsbezug, strukturierte Daten und Technik. Googles Werkzeuge selbst sind kostenlos.
Brauche ich eine Geschäftsadresse für ein Google Unternehmensprofil?
Ein Geschäftslokal brauchen Sie nicht. Dienstleister, die zum Kunden fahren oder von zuhause arbeiten, blenden die Adresse aus und geben bis zu 20 Einzugsgebiete an. Wer Kunden zusätzlich vor Ort empfängt, kann Adresse und Einzugsgebiet kombinieren, sofern dort ein dauerhaftes Firmenschild hängt und zu den Öffnungszeiten jemand da ist. Virtuelle Büros sind nicht zulässig.
Darf ich Kunden für eine Google-Bewertung einen Rabatt geben?
Nein. Googles Richtlinien verbieten jede Gegenleistung für Rezensionen, also Geld, Rabatte oder kostenlose Leistungen, ebenso das gezielte Ansprechen nur zufriedener Kunden. Erlaubt ist, ohne Anreiz um eine ehrliche Bewertung zu bitten. Gefälschte Bewertungen sind in Österreich zusätzlich seit 2022 im UWG als irreführende Geschäftspraktik verboten.
Ihre Erfahrungen sind gefragt!
Wie steht es um Ihr eigenes Google Unternehmensprofil? Zeigt Google für Ihre wichtigsten Suchbegriffe überhaupt eine Karte, und haben Sie schon einen festen Ablauf gefunden, Kunden um Bewertungen zu bitten, oder kämpfen Sie noch mit der Bestätigung? In meinen weiteren SEO-Artikeln finden Sie mehr Praxis-Tipps für mehr Sichtbarkeit bei Google.
Quellen:
- Ranking in lokalen Suchergebnissen verbessern | Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google | Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Einzugsgebiete verwalten | Google Unternehmensprofil-Hilfe
- Verify your business with a video recording | Google Business Profile Help
- Gefälschte Interaktionen | Google Maps Richtlinien für von Nutzern beigetragene Inhalte
- Regierungsvorlage 1530 d. B. XXVII. GP, Erläuterungen | Parlament Österreich
- Local Search Ranking Factors 2026 | Whitespark
- Local Consumer Review Survey 2026 (US-Daten) | BrightLocal

